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Die "Ausbildung der Ausbilder" in traumaorientierter Psychotherapie im Ausbildungszentrum des Conseil Protestant du Rwanda (CPR) in Kigali/Rwanda 

The "Training of Trainers" in trauma-oriented psychotherapy  in the training center of the  Protestant Council of Rwanda (CPR) in Kigali/Rwanda

La "formation des formateurs" en psychothérapie du traumatisme dans le centre de formation du Conseil Protestant du Rwanda (CPR) à Kigali/Rwanda

 

 

Therapeutische Techniken der Ressourcenaktivierung stehen im Vordergrund der Ausbildungseinheiten. Die Teilnehmer üben die Techniken im Rollenspiel ein.

Therapeutic techniques of resource activation are the main subject of the training units. The participants use role-plays to exercise the therapeutic techniques.

Les techniques d'activation des ressources sont le thème  central des unités de formation. Les participants utilisent le jeu de rôle pour exercer les techniques thérapeutiques.

  

  

 

Klinische Fallarbeit mit den Traumatherapeuten (mit Silke Reimann, ärztliche Psychotherapeutin der Rhein-Klinik Bad Honnef)

Clinical case work with the trauma therapists (with Silke Reimann, medical psychotherapist of Rhein-Klinik Bad Honnef)

Travail sur des cas cliniques avec les psychotraumtologues (avec Silke Reimann, médecin-psychothérapeute  de la Rhein-Klinik Bad Honnef)


 

 .Das folgende Video zeigt ein Rollenspiel, bei dem die Teilnehmer einer Weiterbildung in Kayonza/Ruanda die Reorientierung ins "Hier und Jetzt" bei schweren traumatischen Krisen einüben.

The following video shows a role play where the participants of a training in Kayonza/Rwanda exercise the technique of reorientation to the "here  and now" to cope with severe traumatic crises.

La vidéo suivante montre un jeu de rôle où les participants d'une formation à Kayonza/Rwanda s'entraient à la "réorientation à l'ici et maintenant" pour gérer les crises traumatiques sévères.

 

 

Bericht: Traumaweiterbildung in Ruanda tritt in die nächste Phase

Im Oktober 2010 konnte der erste zweijährige Weiterbildungskurs in psychodynamisch-ressourcenorientierter Traumatherapie abgeschlossen werden. Die Teilnehmer/-innen waren klinische Psychologen/-innen, Sozialarbeiter/innen und psychiatrische Krankenpflegekräfte. Der Kurs umfasste 5 Unterrichtseinheiten zu je 3 Tagen und fand im Ausbildungszentrum des CPR in Kigali statt. In den Intervallen zwischen den Unterrichtseinheiten führten die Teilnehmer/-innen, die eine basale Ausbildung in Trauma Counseling und Erfahrung mit traumatisierten Klienten mitbrachten, psychotherapeutische Behandlungen durch. Während der Unterrichtseinheiten wurden theoretische Kenntnisse vermittelt und laufende Behandlungsfälle der Teilnehmer diskutiert.

Die vermittelten Inhalte des Kurses waren: Grundlagen der Psychotraumatologie, Diagnostik der Traumafolgesymptomatik, therapeutische Gesprächsführung, psychodynamisches Beziehungsverständnis, imaginative Distanzierungstechniken (z.B. Container-Technik), allgemeine Strategien der Ressourcenaktivierung einschließlich imaginativer Techniken, Entspannungsverfahren (Muskelrelaxation nach Jacobson), allgemeine Beruhigungstechniken (z.B. „Butterfly Hug“, Klopfen von Akupunkturpunkten), spezifische Ressourcenaktivierung zur Stärkung von Ich-Funktionen und Bewältigungsfähigkeit (z.B. mit Hilfe der Absorptionstechnik), Pendeltechnik mit ausgiebiger Ressourcenaktivierung und sehr kurzer Traumaexposition (C. Fine, J. Knipe) zur Reduktion der traumatischen Stressbelastung.  Psychohygiene der Therapeuten und Schutz vor sekundärer Traumatisierung waren weitere wichtige Themen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Kurses wandten die ihnen zuvor nicht bekannten Techniken der Ressourcenaktivierung mit gutem Erfolg an und nahmen selbst kulturspezifische Adaptationen vor. Besonders die imaginativen Stabilisierungstechniken wurden – nach anfänglicher Skepsis – mit bemerkenswertem Erfolg eingesetzt.

 Anfang 2012 soll ein neuer zweijähriger Kurs für 30 künftige Experten in psychodynamisch-ressourcenorientierter Traumatherapie beginnen. Das erste Jahr wird der Stabilisierung und Ressourcenaktivierung, das zweite Jahr der Vermittlung von EMDR gewidmet sein. Auch einfache körpertherapeutische Übungen sollen integriert werden. Aus den Absolventen des neuen 2-Jahres-Kurses , den „künftigen Experten“, werden anschließend 12 ausgewählt, die eine besondere Eignung für die Teilnahme an der sich im dritten Jahr anschließenden „Ausbildung für Ausbilder“ (formation des formateurs) aufweisen. Jede/r dieser 12 „künftigen Experten“ wird eine Unterweisung in psychotherapeutischer Didaktik erhalten und die Leitung einer eigenen Gruppe von 5-6 Traumaberatern übernehmen, die selbst Klienten behandeln. Diesen Traumaberatern werden die „künftigen Experten“ Techniken der Stabilisierung und Ressourcenaktivierung vermitteln. Außerdem werden sie deren Behandlungsfälle supervidieren. Alle auftretenden Probleme und Fragen sollen in den Unterrichtseinheiten der„Ausbildung für Ausbilder“ diskutiert werden. Derzeit rekrutieren wir geeignete Teilnehmer/-innen  für den kommenden Ausbildungskurs.

 Neben der Ausbildung künftiger Experten führen wir zweitägige Basisschulungen („Coachings“) in Psychotraumatologie durch, die sich nicht an Experten, sondern an Berufsgruppen wenden, die häufig mit traumatisierten Personen konfrontiert sind. Bisher haben wir 8 dieser „Coachings“ durchgeführt, die meisten von ihnen in Kigali, eines in Kayonza und eines in Musanze bei Ruhengeri. Hier ging es vor allem darum,  Lehrern an Sekundarschulen Anleitungen zu geben, wie traumatische Krisen bei Schülern und Gemeindemitgliedern besser bewältigt werden können. Während der Monate April bis Juni, in denen sich der Genozid von 1994 jährt, geraten zahlreiche Schüler noch immer in schwere dissoziative Zustände. In diesen Zuständen werden die Schüler gewissermaßen in die Vergangenheit zurückversetzt: sie erleben die Gewaltereignisse des Jahres 1994 in aller Klarheit und Brutalität wieder, sie sehen, hören und fühlen sie in einer Intensität, als geschähen die Ereignisse heute. Teilweise erfassen diese Zustände so viele Schüler, dass der Unterricht nicht fortgesetzt werden kann. Im weiteren Verlauf dieses Teilprojektes sollen daher Lehrer lernen, wie sie die Techniken des Dissoziationsstopps an ausgewählte und besonders geeignete Schüler weitervermitteln können, damit diese im Krisenfall ihren Mitschülern aus den traumatischen Zuständen heraushelfen können.

 Unabhängig von der Zusammenarbeit mit dem CPR  unterstützen wir eine von ruandischen Traumaberatern/-innen gegründete Traumaberatungsstelle in einem Außenbezirk Kigali. Die meisten der Traumaberater/-innen dieser Beratungsstelle waren im Jahr 2008 in einem einwöchigen Weiterbildungskurs in der Rhein-Klinik Bad Honnef in Techniken der Stabilisierung und Ressourcenaktivierung ausgebildet worden. Auch hier werden die erworbenen Techniken mit gutem Erfolg eingesetzt. Dieses Institut kann wegen der Armut der meisten Klienten nur in Ausnahmefällen mit Einnahmen rechnen und ist daher fast ausschließlich auf Spenden angewiesen.

An den Ausbildungseinheiten waren bisher beteiligt: Dr. Wolfgang Wöller, Hildegard Wöller, Silke Reimann, Martin Reimann, Dr. Gisela Roth.     

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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